Scholle
Schollen werden erst ab einer gewissen Größe zum Plattfisch. Dann wandert ein Auge, und zwar immer das linke auf die rechte, obere Körperseite.

Beschreibung

Schollen gehören zu den Plattfischen und gelten gemeinhin als populärster Vertreter dieser Fisch-Ordnung. Sie bevorzugen als Lebensraum den Meeresboden. Weil sie salzreiches und kühles Wasser lieben, sind sie fast nie in der Nähe von Flussmündungen zu finden. Faszinierend sind ihre Augen, von denen eins nach vorne und das andere gleichzeitig nach hinten schauen kann. Schollen werden durchschnittlich etwa 25 bis 40 Zentimeter lang und bis zu 7 Kilogramm schwer. Die älteste je gefangene Scholle war rund 50 Jahre alt.

Weibliche Schollen können bis zu einer halben Million Eier legen. Wenn die Jungtiere eine gewisse Größe erreicht haben, wandert das linke Auge über die obere Körperhälfte nach rechts und die Fische beginnen, mit der linken Körperseite Richtung Boden, flach über dem Meeresgrund zu schwimmen. Die obere Augenseite des platten Fischkörpers variiert je nach Untergrund, auf dem die Scholle sich befindet, zwischen verschiedenen Brauntönen mit hell- bis dunkelroten Flecken. Die Unterseite, oder auch Blindseite genannt, ist weiß. Rein optisch ähnelt die Scholle der Flunder, fühlt sich jedoch im Gegensatz zu dieser aufgrund ihrer sehr kleinen Schuppen ganz glatt an und ist an ihren roten Flecken eindeutig von der Flunder zu unterscheiden. Ausgewachsene Schollen ernähren sich von Garnelen, Krabben oder kleinen Muscheln. Von ihren ursprünglichen Laichzonen aus wandern Schollen täglich beeindruckende 30 Kilometer in Richtung der Gezeitenzonen am Strand.

Vorkommen

Schollen leben im Nordostatlantik, vom Weißmeer bis Gibraltar, sowie im Mittelmeer und im Schwarzen Meer. Am häufigsten sind sie jedoch in der Nordsee, in Skagerrak, Kattegat, in der Beltsee und der westlichen Ostsee bis etwa zur Linie Gotland-Danzig zu finden. Meist leben sie in einer Tiefe von 10 bis 200 Metern, im Mittelmeer und im Schwarzen Meer auch bis in 400 Meter Tiefe.

Fangmethoden

Die Scholle ist in der europäischen küstennahen Fischerei der meistgefangene Plattfisch. In den Monaten Mai, Juni und Juli erreicht der Schollenfang aufgrund der Frühjahrswanderung seinen Höhepunkt. Später im Jahr müssen sich die Kutter zum Schollenfang weiter auf das Meer hinaus begeben. Schollen werden mit Schleppnetzen gefangen. Schollenfischer dürfen nur Tiere anlanden, die eine Länge von mindestens 25 Zentimetern erreicht haben. Deshalb beträgt die vorgeschriebene Mindestmaschenweite der Netze zehn Zentimeter, damit kleinere Fische wieder entweichen können. Mit der Handangel eignen sich zum Fang als Köder Watt- oder Seeringelwürmer, aber auch Hering oder Sandaal.

Saison

Die Hauptsaison für den Schollenfang ist im Sommer.

Geschmack

Schollen gehören in Deutschland zu den bekanntesten Speisefischen. Das feste und weiße Fleisch der Scholle verfügt über einen kräftigen Geschmack.

Zubereitung

Der Klassiker ist die leicht mehlierte und in Butterschmalz gebratene Finkenwerder Speckscholle. Man kann den Plattfisch aber auch grillen oder im Ofen garen. Schollen eignen sich ebenso gut zum Pochieren. Die zarten Filets können mit einer Füllung zu Röllchen aufgewickelt und dann sanft gedämpft oder pochiert werden.

Tipp

Der Begriff „Maischolle“ wurde einst erfunden, um den Handel mit Schollen im Frühjahr anzukurbeln. Zu dieser Zeit haben sich die Schollen jedoch noch nicht vollständig vom Laichen erholt. Fettgehalt und Muskelstruktur sind nicht am Optimum. Die mit Abstand besten Schollen gibt es ab Juli, dann sind die Tiere wieder zu Kräften gekommen.

Übersetzung

Pleuronectes platessa
Scholle, Goldbutt
Plaice
plie commune, carrelet, plie
solla
platessa

Nährwerte

100 g Scholle (verzehrbarer Anteil)

Energie

361 Kilojoule
86 Kilokalorien

Grundzusammensetzung

Wasser: 79,7 %
Eiweiß: 17,1 %
Fett: 1,9 %

Fettsäuren

EPA: 249 mg
DHA: 193 mg

Mineralstoffe

Natrium: 104 mg
Kalium: 311 mg
Calcium: k. A.
Magnesium: 22 mg

Spurenelemente

Jod: 53 µg
Selen: 32 µg
Zink: 529 µg

Vitamine

Vitamin B12: 1,5 µg
Vitamin D: k. A.

Quelle: Souci-Fachmann-Kraut, Nährwert-Tabellen 7. Auflage (2008)