Lat: Pecten spp. (Pecten maximus)
D: Pilgermuschel, Jakobsmuschel, Jacobsmuschel (große Pilgermuschel)
GB: Scallop, Common scallop (King scallop)
F: coquilles Saint-Jacques (coquilles Saint-Jacques)
E: vieiras (vieira, venera)
I: cappasanta, conchiglia di S. Giacomo (cappasanta atlantica)

Jakobsmuschel

Beschreibung

Die Jakobsmuschel und die Große Pilgermuschel sind zwei eng miteinander verwandte Arten der Kammmuscheln, die häufig beide unter dem Namen „Jakobsmuschel“ gehandelt werden. Jakobsmuscheln haben flache, rötlichbraune Schalen mit strahlenförmigen Rippen sowie zwei eckigen „Ohren“ die symetrisch rechts und links  von der Schale abstehen. Jakobsmuscheln können maximal 15 Zentimeter groß werden. Ihr Lebensraum erstreckt sich von der Gezeitenzone bis in 200 Meter Tiefe, wo sich junge Jakobsmuscheln am Untergrund festheften, während sich ältere Exemplare frei im Wasser bewegen oder im Sandboden eingraben. Jakobsmuscheln sind im Gegensatz zu den meisten anderen Muscheln in der Lage, sich gezielt fortzubewegen: mit Hilfe ihres starken Schließmuskels können sie durch kräftiges Schließen und Öffnen ihrer Schalen mittels Rückstoßprinzip schwimmen.

Vorkommen  

Der Lebensraum von Jakobsmuscheln erstreckt sich rund um den Globus. Die in Europa gehandelten Jakobsmuscheln stammen überwiegend aus den Gewässern vor der Nordküste Frankreichs bis zu den Küsten Schottlands und Norwegens. Besonders begehrt sind von Tauchern einzeln aufgesammelte Jakobsmuscheln.

 

Fangmethoden  

Jakobsmuscheln werden mit Dreschen, einer besondern Art von Schleppnetzen gefangen, die die Muscheln mit kleinen, spitzen Kanten vom Meeresboden trennen. Und zum Teil werden sie eben auch von Tauchern per Hand eingesammelt.

 

Saison 

Jakobsmuscheln sind ganzjährig erhältlich. Wer den Corail mitverwenden möchte, sollte Jakobsmuscheln allerdings nur von Ende August bis November kaufen.

 

Geschmack  

Bei der Jakobsmuschel wird nur der weiße Muskel (die „Nuss“) und der orange-rote Rogensack („Corail“) gegessen. Letzterer hat einen sehr intensiven Meeresgeschmack, der nicht Jedermanns Sache ist. Das zarte Muskelfleisch schmeckt nussig bis leicht süßlich. Muscheln filtern ihre Nahrung aus dem Meerwasser und nehmen dabei einen von der Region abhängigen Geschmack an, der je nach Fanggebiet ausgesprochen unterschiedlich sein kann.
Eine besondere Delikatesse sind frische, also noch lebende Jakobsmuscheln, die in der Schale verkauft werden. Das ausgelöste Fleisch ist sowohl frisch als auch tiefgefroren erhältlich. Geschmacklich ist das tiefgekühlte dem frischen Muskelfleisch ebenbürtig, es hat lediglich eine etwas weichere Konsistenz.

 

Zubereitung

Die Nuss der Jakobsmuschel wird am besten sanft angebraten, oder direkt in der dekorativen Schale gegrillt oder mit Sauce gratiniert. Echte Fans essen topfrische Jakobsmuscheln sogar roh. Der Corail kann – ebenso wie die restlichen Teile der Muschel, die beim Garen sofort zäh werden – gut für die Zubereitung eines Muschelfonds verwendet werden. Außerdem gibt der Corail Fischsaucen eine aromatische Bindung, dafür einfach unter die nicht mehr kochende Sauce pürieren.

 

Schon mal probiert?

Heißgeräucherte Jakobsmuscheln sind äußerst delikate Gaumenschmeichler.

 

Schon gewusst...

... dass die Jakobsmuschel nach einem der zwölf Apostel benannt wurde? Sie dient Pilgern des Jakobswegs auf dem Weg nach Santiago de Compostela als Wegweiser und als Erkennungsmerkmal der Pilgerschaft und wurde im Mittelalter von den christlichen Pilgern zum Wasserschöpfen verwendet.

 

Tipps

Im Gegensatz zu anderen Muschelarten dürfen die Schalen der lebenden Jakobsmuschel leicht geöffnet sein. Das Muskelfleisch sollte leicht glänzen und nach Meer duften.

 

 

Mehr zur Jakobsmuschel

Das Bild zeigt unser Rezept „Jakobsmuscheln auf Couscous”.

Jakobsmuscheln auf Couscous

Bahnsteig frei für den Orientexpress aus Chili, Curry, Koriander, Couscous und Jakobsmuscheln. Das Rezept gibt es hier.

Das Bild zeigt mehrere Jakobsmuscheln.

Jakobsmuscheln von Deutsche See

Beim Kauf von Jakobsmuscheln ist es wie bei gutem Wein äußerst sinnvoll, auf das „Terroir” zu achten. Wichtigtuerisches Gehabe? Oh nein, bestenfalls Geschmackssache!