Fachbegriffe rund um Fisch
Auch dem größten Fischkenner passiert es hin und wieder, dass ihm Begriffe über den Weg laufen, die er nicht erklären kann oder von denen er gar noch nie gehört hat. Unser kleines Begriffslexikon soll Abhilfe schaffen. Mit Ihrer Hilfe soll es wachsen und gedeihen. Schreiben Sie uns eine Mail, wenn Ihnen noch etwas einfällt, was hier stehen sollte oder vielleicht auch, wenn Ihnen der eine oder andere Begriff fremd ist. Wir gehen gern gemeinsam mit Ihnen auf Erklärungssuche.
Agar-Agar
Das Wort Agar-Agar bedeutet „geliertes Lebensmittel aus Algen“ und kommt aus dem Malaiischen. Es ist eine ideale pflanzliche Gelatinealternative und besteht aus verschiedenen Rotalgen, die am Häufigsten im Pazifischen und Indischen Ozean vorkommen.
Die Wasserblätter (Thalli) werden in der Sonne getrocknet und dann gekocht. Dabei kristallisieren sie zu einem Pulver. Agar-Agar hat eine sehr hohe Gelierkraft und kann sehr sparsam angewendet werden.
Algen
Algen bzw. Meeresgras oder Seetang werden von Menschen schon seit Urzeiten als Nahrungsmittel benutzt. Für Japaner sind Algen ein Grundnahrungsmittel. Algen enthalten viele Mineralstoffe und Enzyme. Vor allem der Jodgehalt ist sehr hoch, ebenso wie der Kalziumgehalt. Dafür sind Algen ausgesprochen arm an Fett und Kalorien. Die Japaner essen gerade deshalb so viele Algen, weil es bei ihnen als erwiesen gilt, dass die Algininsäure, die in Algen enthalten ist, radioaktive Substanzen und Schwermetalle auffängt und aus dem Körper transportiert. Somit stellen Algen eine ideale Nahrungsergänzung dar.
Zu den bekanntesten und wohlschmeckendsten Algen zählen:
- Arame: Sie hat einen leicht süßlich, milden Geschmack mit feinem Aroma und benötigt nur eine geringe Kochzeit. Arame kann sogar eine Blutdruck senkende Wirkung haben.
- Hijiki: Diese Alge muss man besonders gut waschen, danach 20 Minuten einweichen lassen und anschließend 45 Minuten bis eine Stunde lang kochen lassen. Dabei vergrößert sie sich um das Fünffache! Sie enthält sehr viel Kalzium, Eisen, Vitamin A und B und Eiweiß. Sie kann dazu beitragen, den Cholesterinspiegel zu senken, die Zellenneubildung zu födern und eignet sich zudem dank ihres hohen Eisengehalts auch gut für Schwangere.
- Kombu: Diese Alge muss ebenfalls lange gekocht werden. Sie enthält viele Mineralien z.B. natürliches Glutamat und unterstützt damit die Verdauung. Man kann sie als Salzersatz verwenden, als Streugewürz - indem man die Alge röstet und dann zu einem Pulver zermahlt - oder als Geschmacksverstärker bei Suppen, wobei man die Algen 5-10 Minuten im Wasser kocht und dann wieder entfernt.
- Nori: Die wohl populärste Art des Seetangs, die dank Sushi mittlerweile sehr bekannt ist. Die Nori-Alge hat einen sehr zarten, würzigen Geschmack und ist dabei ausgesprochen einfach in der Handhabung, da sie weder gewaschen noch gekocht werden muss. Diese Alge eignet sich nicht nur als Umhüllung von Sushi, sondern wird auch gern zur Verfeinerung von Salaten, Suppen und Nudelgerichten verwendet. Nori enthält viel Eiweiß, Vitamin A und B12, Eisen und Kalzium und kann daher helfen, Mangelerscheinungen und Blutarmut zu bekämpfen.
- Wakame: Diese Tangart ist sehr bekömmlich und kann ohne Weiteres roh gegessen werden – beim Kochen dehnt sie sich zudem auf das Siebenfache aus! Allerdings sollten die Algen, bevor sie roh gegessen werden, generell 10 - 15 Minuten einweichen. Sehr häufig wird diese Alge auch in Suppen verwendet. Wakame hat eine antibakterielle Eigenschaft und unterstützt grundsätzlich die Blutreinigung. Der hohe Eisen- und Kalziumanteil macht sie außerdem zu einer empfehlenswerten Nahrungsergänzung bei Blutarmut.
Anchose
Anchose ist der Oberbegriff für konservierten Fisch, der in einer Salzlake und Zucker mit Beigabe von Gewürzen eingelegt wird. Für diese Art der Konservierung werden hauptsächlich Kräutersprotten oder Matjesfilets nach schwedischer Art verwendet. Anchosen sind nicht sehr lange haltbar und sollten kühl gelagert werden.
Anchovis
Beschreibung für verschiedene Fischzubereitungen. In Deutschland und den nordischen Ländern versteht man unter Anchovis ein Spezialfabrikat der Anchosen. Diese werden in Salz und Zucker unter Beilage von Gewürzen eingelegt. In anderen Ländern, wie Italien oder Frankreich, bezeichnet man mit dem Begriff Anchovis Sardellen. Diese werden in Salz eingelegt und haben so eine ganz andere Zusammensetzung.
Anchovis sind Kleinfische, die aus der Heringsfamilie stammen (Anchosen oder Sardellen). Sie werden filtriert, gesalzen und dann mit Öl in einer Dose verpackt. Sie haben einen hohen Omega-3-Fettsäuregehalt, der zur Vorbeugung von Herzinfarkten oder Gefäßerkrankungen helfen soll.
Blaukochen
Diese Zubereitungsmethode eignet sich nur für (ganze) Süßwasserfische. Ihr Name leitet sich von der bei der Zubereitung entstehenden Blaufärbung der Schleimschicht der Fischhaut ab: Die blaue Farbe entsteht durch das darin befindliche spezielle Eiweiß, das bei Hitze denaturiert und in Verbindung mit Essig noch intensiver wird. Und so werden beim Blaukochen ausschließlich Fische eingesetzt, deren Haut mit einer klaren Schleimschicht überzogen ist. Um diese intakt zu halten, darf der Fisch auch nicht gesalzen werden, denn Salz zerstört den Schleim. Der zweite Teil des Begriffs, „Kochen“, führt jedoch leicht in die Irre: Beim Blaukochen wird nicht im herkömmlichen Sinne gekocht, vielmehr handelt es sich um eine Methode, Fisch in einem nur leicht kochenden Fischsud gar zu ziehen. So wird als Richtschnur für einen Fisch von rund 350g empfohlen, ihn in einem klaren Fischsud rund 8 Minuten garziehen zu lassen. Klassiker, die für das Blaukochen verwendet werden, sind z.B. Forelle, Schleie, Karpfen, Aal oder Wels (Waller), bekannt sind Namen wie z .B. „Forelle blau“ und „Karpfen blau“. Dennoch werden im Fischsud auch Süßwasserfische gekocht, die wie etwa Hecht oder Bodenseefelchen Schuppen haben. Allerdings müssen diese entsprechend vor der Zubereitung entfernt werden. Aufgepasst: Eigentlich gilt es als Frischemerkmal, dass die Fische sich beim Kochen deutlich biegen und dadurch seitlich aufreißen, aber es ist - beim so genannten „Dressieren“ - auch möglich, Frische vorzutäuschen, indem Kopf und Schwanz zu einem Ring zusammengebunden werden. Unser Tipp: Darauf achten, ob Biegebandlöcher zu sehen sind!
Bouillabaisse
Die wohl bekannteste französische Fischsuppe ist die Bouillabaisse. Sie entstand ursprünglich im Hafenviertel von Marseille. Dort sammelten Hafenarbeiter die Fischreste vom Fischmarkt, um daraus eine Suppe zu kochen. Heute ist die Bouillabaisse auf jeder guten Speisekarte zu finden. Es gibt viele unterschiedliche Rezepte, da sich die Zutaten leicht variieren lassen. Der Name entstand übrigens durch den Zusammenschluss der Wörter „bouillir“ (kochen) und „baisser“ (sinken) - wenn die Suppe anfängt zu kochen, muss die Wärme reduziert werden.
Convenience
Convenience-Produkte liegen seit geraumer Zeit immer mehr im Trend, da sie sich als teilfertige bzw. verzehrfähige Produkte in kurzer Zeit leicht zubereiten lassen und zugleich qualitativ hochwertig sind. Diese Kombination spiegelt das Bedürfnis vieler Kunden nach schneller, einfacher und hygienischer Zubereitung und optimalem Genuss wider. Bei "Deutsche See" wird der frische Fisch unter Frischeatmosphäre in versiegelten Schalen verpackt und ist so bis zu sechs Tage haltbar. Die handgemachten Qualitätsportionen mit ausgefallenen Marinaden (aber auch mit klassischen Panaden) werden innovativ immer weiter entwickelt und sind ermöglichen den unkomplizierten Fischgenuss in der heimischen Küche. Einen Überblick über das umfangreiche Sortiment „gekühlte Fisch-Convenience“ von "Deutsche See“ finden Sie hier.
Corail
Als Corail wird der Hummerrogen, Krebsrogen oder Rogen von anderen Krusten- bzw. Schalentieren bezeichnet. Dabei ist der Corail im rohen Zustand dunkelgrün und wird erst rot, wenn man ihn kocht. Als besondere Delikatesse gilt er jedoch im rohen Zustand. Corail lässt sich auch zur Verfeinerung von Suppen und Saucen verwenden. Corail ist sehr nährstoffreich und enthält viele Vitamine, Jod und Niacin.
Crevettes
„Crevette“ ist das französische Wort für Garnele. Grundsätzlich werden sie im Handel in drei Kategorien unterteilt:
Crevettes grises sind Nordseegarnelen, Krabben oder Granat
Crevettes rosées sind Tiefseegarnelen und
Crevettes rouges sind große Tiefseegarnelen oder Gambas
Dégorgeoirs
Dégorgeoirs nennt man ein Becken, in dem sich Austern von Schlamm und Dreck befreien sollen, bevor sie zum Verzehr aus dem Wasser geholt werden. Es ist mit gefiltertem Meereswasser gefüllt und dient noch einem zweiten Ziel. Da dieses Becken immer noch den Gezeiten unterliegt, entleert es sich bei Ebbe und die Austern schließen sich. Somit wird ihnen das Schließen antrainiert, damit sie nach dem Ernten bei kühler Lagerung verschlossen bleiben.
Filetieren
Das Filetieren (eigentlich filieren) bezeichnet eine Technik, bei der die Gräten des Fisches und die Haut entfernt werden. Um diese Aufgabe elegant zu bewältigen und den Fisch intakt zu halten, ist genaue Kenntnis der Anatomie eines Fisches ebenso Voraussetzung wie ein ausgeprägtes Fingerspitzengefühl. Der Fisch wird manchmal erst am Tisch filetiert, damit der Koch sein ganzes Können unter Beweis stellen und eine gute „Show“ für den Gast inszenieren kann.
Fischbesteck
Die Gabel des Fischbestecks ist etwas breiter und hat kürzere Zinken. Das Messer übernimmt die Funktion eines Schiebers und hat eine breite, stumpfe Schneide, mit der man vorsichtig die Haut vom Fisch ablöst und die Gräten herausheben kann. Das Messer muss nicht scharf sein, da man das Fischfleisch nur auf die Gabel schieben muss.
Fischmilch, Milchner
Bezeichnung für die Samenflüssigkeit der männlichen Fische. Früher galt sie als Delikatesse. Die weiche Milch, die stark an Camembert erinnert, befindet sich in einem Hautsack. Dieser kann gekocht, gebraten oder pochiert werden. Heute wird diese Spezialität jedoch nicht mehr wie früher angeboten.
Fugu
Der Fugu ist bei uns auch bekannt als Kugelfisch, obwohl er streng genommen zur allgemeinen Familie der Kugelfische gehört. Er ist jedoch der populärste Vertreter dieser Gattung. Obwohl viele Teile dieses Fisches giftig sind, zählt er in Japan als absolute Delikatesse. Aufgrund seiner potenziell tödlichen Wirkung muss in Japan jeder, der mit dem Fugu zu tun hat (v.a. Händler und Köche) eine spezielle Lizenz vorweisen. In Deutschland ist dieser Fisch übrigens verboten.
Gentleman´s Relish
Hinter diesem Namen (dt. = Des Gentlemans Geschmack) verbirgt sich eine typisch englische Spezialität. Es handelt sich dabei um eine Paste aus gesalzenen, gekochten und gemahlenen Anchovis, Butter und Gewürzen, die hauchdünn aufs Brot geschmiert hervorragend schmeckt. Der Provianthändler John Osborn kreierte diese Paste 1828 ursprünglich in Paris und brachte sie nach London. Er verkaufte sie unter dem Namen Patum Peperium (Pfefferpaste). Sie gewann schnell an großer Beliebtheit. Heute steht sie für den urbritischen konservativen Geschmack.
Graved Lachs
Graved Lachs ist gebeizter Lachs. Ursprünglich stammt die Tradition des Beizens aus den skandinavischen Ländern. Dort diente das Beizen früher vornehmlich dazu, den Lachs länger haltbar zu machen. Heute jedoch steht der feine Geschmack des Fisches im Vordergrund. Der Lachs wird aufgeschnitten und bis auf die Haut alles entfernt. Die so entstandenen beiden Hälften werden mit Salz umhüllt. Dadurch wird ihm Wasser entzogen und der Geschmack bleibt erhalten. Vom Pökeln unterscheidet sich das Beizen insofern, als nicht nur Salz, sondern auch andere Geschmacksgeber wie Kräuter, Gewürze, etc. verwendet werden. Grundsätzlich eignen sich jegliche Kräuter, Gewürze und saure Flüssigkeiten zum Beizen. Als Beize werden entsprechend oft Marinaden bezeichnet. Um den Geschmack noch zu verfeinern, wurden immer neue Rezepturen entwickelt, Hauptbestandteil blieb aber bis heute das Salz. Man reibt die entgrätete (aber nicht enthäutete) Lachsseite zusätzlich zum Beispiel mit Dill, grob zerstoßenem Pfeffer oder Zucker ein.


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