Aquakultur
"Aquakultur“ - dieser Begriff ist sowohl auf dem nationalen wie auch internationalen Fischmarkt zu einem geflügelten Wort geworden.
Was aber ist „Aquakultur“? Unter diesem Begriff wird die kontrollierte Aufzucht von im Wasser lebenden Organismen verstanden. Dazu gehören neben Fischen auch Muscheln, Krebstiere und Pflanzen. Die Produktion in Aquakulturen ist in den letzten Jahren immer populärer geworden und gilt mit jährlichen Wachstumsraten von etwa zehn Prozent als der am schnellsten wachsende Bereich der Lebensmittelproduktion.
Kontrollierte Aufzucht mit Aquakultur möglich
Bei der Aquakultur wird eine kontrollierte Aufzucht über die Steuerung der Versorgung und Umweltbedingungen betrieben. Das umfasst beispielsweise die Sicherung einer optimalen Wasserqualität und kontrollierte Fütterung, was ein gleichbleibend hohes Qualitätsniveau gewährleistet.
Zunehmende Wichtigkeit von Aquakultur
Vor allem im Hinblick auf Klimaveränderungen, Umweltverschmutzung und Bestandserhaltung wird die "blaue Revolution" gegenüber dem natürlichen Lebensraum Meer immer wichtiger, denn der weltweite Verbrauch von Fisch und Meeresfrüchten steigt weiter an. Ohne Aquakulturen könnte der Bedarf daran heute kaum mehr gedeckt werden. Die Produktionsmenge der weltweiten Aquakultur hat sich in den vergangenen zehn Jahren nahezu verdoppelt und liegt heute bei insgesamt 65,2 Millionen Tonnen für Fisch, Krebs- und Weichtiere. Der Fisch hat daran einen Anteil von knapp 32 Millionen Tonnen. Mittlerweile macht die Produktion in Aquakulturen beinahe die Hälfte des gesamten Fischaufkommens aus. Prognosen gehen zum Teil soweit, für das Jahr 2030 vorauszusagen, dass mehr als die Hälfte aller weltweit konsumierten Seafoodprodukte aus Aquakulturen stammen wird.
Aquakulturen in China und Europa – Bedeutung, Produkte und Verfahren
In China spielt die Produktion in Aquakulturen bereits heute eine weitaus wichtigere Rolle als die ursprüngliche Fischerei: Bei der Pro-Kopf-Versorgung mit Fisch entfällt auf Aquakulturprodukte ein Anteil, der dreimal so hoch ist wie der für Produkte aus Wildfang. Weltweit gilt China als größter Aquakulturproduzent. Vor allem Süßwasserfische wie Silber- und Graskarpfen sowie Algen werden dort gezüchtet.
In Europa sind Aquakulturen vor allem in Norwegen, Schottland, Irland und auf den Färöer Inseln zu finden: Dort wird zu einem Großteil Atlantischer Lachs gezüchtet, der als wichtigstes europäisches Aquakulturprodukt gilt. Die Aufzucht des Lachses in Aquakultur war und ist Impulsgeber der gesamten Branche. Zu den Fischarten, die nach dem Lachs am häufigsten in Aquakultur aufgezogen werden, zählen neben den verschiedenen Karpfenarten auch Forelle und Meerbrasse. Das Artenspektrum nimmt kontinuierlich zu, neue exotische Arten wie zum Beispiel Pangasius, Tilapia oder Roter Trommler werden auf dem Markt immer beliebter. Gleichzeitig hat sich auch der Kabeljau ebenso zu einem erfolgreichen Aquakulturprodukt entwickelt wie verschiedene Edelfische, darunter etwa Wolfsbarsch, Weißer Heilbutt und Steinbutt.


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