Fische auf eigenen Autobahnen im Pazifik unterwegs

Fische auf eigenen Autobahnen im Pazifik unterwegs

Ein Autobahnennetz zieht sich quer durch Deutschland, die Interstate Highways sind in den USA zu finden, und die einstige japanische Handelsstraße "Tōkaidō" verband Edo (heute Tokio) und Kyōto, die alte Kaiserstadt. Diese Routen sind bekannt. Jetzt entdeckten Forscher neue – unter der Wasseroberfläche. Denn Meerestiere nutzen während ihrer Futtersuche und zur Paarung immer wieder dieselben Routen. Regelrechte Hauptverkehrsrouten wurden sichtbar. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Tagging of Pacific Predators“. Mehr als 75 Biologen, Meeresbiologen, Computerwissenschaftler und Ingenieure arbeiten seit 1999 an diesem Projekt. 3.500 Studienteilnehmer, sprich Meeresbewohner, versah das Forscherteam mit elektronischen Sensoren. Insgesamt verfolgten die Wissenschaftler so bis 2009 die Wanderungen 23 mariner Tierarten. Darunter waren Wale, Haie, Thunfische, Robben, Schildkröten und auch Vögel. Die Positionsmeldungen der Tiere zeigte ein Netz aus regelrechten Autobahnen im Pazifik. Es weist zwei Hauptverbindungen auf: Der Kalifornienstrom entlang der Westküste Nordamerikas sowie die Verbindung zwischen West- und Ostpazifik zwischen Hawaii und Alaska. Manche Meeresbewohner legen über 2.000 Kilometer zurück, zum Beispiel Lachshai und Thunfisch. Der Thunfisch durchquerte sogar den ganzen Pazifik – vom japanischen Meer bis nach Kalifornien. Die Ergebnisse, davon ist die Forschungsgruppe überzeugt, sind für den Artenschutz relevant, weil so deutlich wird, wohin sich die Tiere bewegen. Deshalb planen die Wissenschaftler, das Projekt auch am Atlantik und im Indischen Ozean umzusetzen.