Der Karpfen und seine Legenden
Karpfen ist weltweit einer der beliebtesten Süßwasserfische. Und das seit Jahrhunderten! Schon zu Zeiten der Römer wurden Karpfen in Europa in künstlichen Teichen gehalten, in Asien dienen Karpfen seit frühester Zeit als Fastenspeise und schon Venus soll ihn wegen seiner großen Fruchtbarkeit geschätzt haben.
In all den Jahren haben sich nicht nur Informationen zur Zucht und Zubereitung angesammelt, es sind auch unzählige Geschichten, Legenden und Bräuche rund um den schmackhaften Fisch überliefert.
Karpfen und die Überschwemmung
In Otterstadt, einem Dorf im Landkreis Ludwigshafen, wird jedes Jahr ein „Karpfenfest“ gefeiert. Eine Legende der Stadt erzählt von einer große Überschwemmung in Otterstadt. Viele Rinder ertranken in den Fluten und die Otterstädter waren dankbar, als ihre Nachbarn aus Schifferstadt ihnen anboten, die überlebenden Rinder auf ihre Weiden zu stellen. Als Dank schenkten die Otterstädter Ihnen, wovon sie genug hatten: Karpfen.
Um an dieses Ereignis zu erinnern, übergibt das jeweils jüngste Hochzeitspaar von Otterstadt dem Schifferstädter Bürgermeister jedes Jahr ein Netz voll Karpfen, die anschließend von den zwölf ältesten Bürgern von Schifferstadt verzehrt werden.
Karpfen und Träume
In Dinkelbühl träumte der Überlieferung nach ein Ratsherr während einer Verhandlung gegen einen Räuber von einem Karpfen. Als er im Dämmerschlaf gerade über die beste Methode zu dessen Zubereitung nachdachte, wurde er gefragt, welche Strafe er für den Räuber vorschlage. „Blausieden!“ antwortete der Dinkelbühler Ratsherr, in Gedanken noch ganz beim Karpfen.
Gelächter und Spott waren das Resultat, außerdem brachte es den Dinkelsbühlern den Spitznamen ‘Blausieder‘ ein.
Karpfen und Erfolg
Der chinesische Historiker Simaquian ist dafür verantwortlich, dass der Karpfen in Asien oft als Sinnbild für Erfolg steht. In einer seiner Anekdoten erzählt er von einem großen Wasserfall seiner Heimat Yongmun. Karpfen, die durch diesen Wasserfall schwammen, wurden später zu Drachen. So wurden Karpfen als Symbol für Erfolg geprägt.
Karpfen und Mönche
Auch mit der christlichen Mythologie ist der Karpfen verwoben. Im Mittelalter diente der Karpfen vielen Mönchen als Fastenspeise. Der Überlieferung nach ist es den Züchtungen eben jener Mönche zu verdanken, dass Karpfen heute eine tellerfreundliche Form haben und je nach Art (z.B. Nackt- oder Lederkarpfen) nicht mal mehr die bei der Zubereitung schwierig zu handhabenden Schuppen aufweisen.


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