Interview mit Prof. Gerd Hubold
Der internationale Rat zur Erforschung der Meere (ICES) stellt der Politik in jedem Jahr eine wissenschaftliche Empfehlung zur Festlegung der Fangquoten zur Verfügung. Der Generalsekretär des ICES, Prof. Dr. Gerd Hubold, ist der festen Überzeugung, dass in Bezug auf die Situation auf den Weltmeeren kein Anlass zur Katastrophenstimmung besteht. In einem Interview des Fischmagazins nahm er außerdem Stellung zu Fischführern von Umweltorganisationen.
Einen Ausschnitt aus dem Interview lesen Sie hier:
FischMagazin: Viele Menschen – nicht nur in Deutschland – haben aber den Eindruck, mit den Meeren geht es zu Ende, zahlreiche Fischarten stehen vor dem Aus.
Hubold: Auch ständige Wiederholung macht es nicht richtiger. Für Katastrophenszenarien sehe ich überhaupt keinen Anlass. Es stimmt schon, die Meere werden sehr stark genutzt und teilweise auch verschmutzt. Den Begriff „bedroht“ würde ich persönlich sehr ungern verwenden.
Wir müssen die Meere schützen und die Auswüchse abstellen, denn es gibt noch sehr viel Unvernunft bei der Nutzung der Meeresressourcen, vor allem was die Nachhaltigkeit und Langfristigkeit angeht. Ein zielbewusstes Management der Bestände vorausgesetzt, könnte man zum Beispiel jedes Jahr in der Nordsee Kabeljau im Wert von 200 Mio. statt der jetzt 20 Mio. Euro fischen. Solche ungenutzten Potenziale summieren sich natürlich über die Jahre zu immensen volkswirtschaftlichen Verlusten, die zuerst die Fischer, im weiteren Sinne aber auch alle anderen Steuerzahler tragen. Das ist zwar ärgerlich, aber längst keine Katastrophe im Sinne von „die Meere sterben aus“.


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