Bestanderhaltende Fischerei
Die Bestandserhaltung der Meere und vorbeugende Fangquoten sowie die Einrichtung von Schutzzonen sind seit Jahren sowohl in der EU als auch weltweit ein Thema. Fest steht: Es wird auch in Zukunft Fisch geben. Die Fischbestände und die Meere müssen allerdings mehr als bisher gehegt und gepflegt werden. Weltweit hat bereits ein Umdenken begonnen. Heute weiß man, dass dem Fischfang Grenzen auferlegt werden müssen, um die Fischbestände langfristig zu erhalten. Hier gilt das so genannte Nachhaltigkeitsprinzip, das heißt die Fischbestände müssen so groß gehalten werden, dass jede Fischart permanent für genügend Nachwuchs sorgen kann.
Im internationalen Rahmen hat man begonnen, die Meere sorgsamer zu bewirtschaften. Um verschiedene Fischarten auf lange Sicht zu schützen, müssen die Berufsfischer festgelegte Fangquoten und/oder Schutzzonen berücksichtigen. Dafür werden beispielsweise innerhalb der Europäischen Union jährliche Gesamtfangmengen, sogenannte TACs (Total Allowable Catches), festgesetzt, die dann nach einem festen Schlüssel auf die einzelnen Fangnationen verteilt werden. Diese Fangquoten legen somit fest, welche Menge die einzelnen Länder fangen dürfen. Weltweit legen je nach Region verschiedene Fischereiorganisationen wie die NAFO (Northwest Atlantic Fisheries Organization) die Fangquoten fest.
Über zeitliche, lokale und Mengenbegrenzungen hinaus bestehen außerdem auch Regelungen für die Fangmethoden, Vorgaben für Beschaffenheit der Netze und die Mindestgrößen der befischten Arten. So wird zum Beispiel das Fangen sogenannter Babyfische verhindert. Solche Richtlinien sind nötig und richtig, damit der Verbraucher auch in Zukunft nicht auf einige Fischarten verzichten muss.
Auch der Überprüfung der Einhaltung dieser Richtlinien kommt entsprechende Bedeutung zu. Diesbezüglich erwähnenswert ist der Versuch der Europäischen Union, die Kontrollen angesichts zahlreicher Verstöße zu verschärfen: Im November 2008 hat die Europäische Kommission eine Verordnung zur Reformation des gesamten Fischereikontrollsystems vorgeschlagen, die neben der Einführung eines die gesamte Handelskette umspannenden Rückverfolgungssystems auch einheitlich härtere und abschreckende Strafen beinhaltet. Die Kontrolltätigkeiten der Mitgliedsstaaten sollen die gesamte Produktionskette von der Anlandung der Ware bis zur Vermarktung umfassen. Die Befugnisse der nationalen Fischereiinspektoren sollen erweitert und gleichzeitig die Inspektionsverfahren harmonisiert werden.
"Deutsche See" lässt sich ausschließlich von Fischereien beliefern, die sich verpflichtet haben, keine vom Aussterben bedrohten Arten oder unter gesetzlichem Artenschutz stehende Fische zu handeln. Lieferanten der Fischmanufaktur müssen nachweisen, dass der Fisch ausschließlich aus den jeweils zugelassenen Seegebieten stammt. Außerdem müssen die zulässigen Gesamtfangmengen sowie die gesetzlichen Vorschriften für Fang und Verarbeitung eingehalten werden.
Die Branchenverbände der deutschen Fischwirtschaft, die im Bundesmarktverband der Fischwirtschaft zusammengeschlossen sind, haben Anfang 1996 die „Initiative zur Förderung einer bestandserhaltenden Fischerei“ verabschiedet, "Deutsche See" unterstützt diese Initiative aktiv.
Darüber hinaus setzt sich "Deutsche See" im Forum "Bestandserhaltende Fischerei" ein. Dieses Forum wurde 1996 als Reaktion auf den als besorgniserregend eingestuften Zustand der Fischbestände und Meeresumwelt ins Leben gerufen. Dort befasst sich "Deutsche See" gemeinsam mit anderen Vertretern der Fischerei, der Fischindustrie und des -Großhandels, der Gewerkschaft, der Umwelt- und Verbraucherverbände sowie Wissenschaftlern mit der Entwicklung neuer Wege und Maßnahmen für eine nachhaltige Fischerei.


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