Norwegen fordert strengere Discard-Regeln für EU-Fischerei
Norwegens Ministerin für Fischerei und Küsten-Angelegenheiten, Helga Pedersen, verurteilte kürzlich das EU-weit angewandte Discard-Gebot, meldet die norwegische Zeitung IntraFish. Als Discard bezeichnet man Beifang, der wieder über Bord geworfen wird. Die Discard-Praxis sei eine der größten Gefahren für ein nachhaltiges Fischerei-Management, so die Ministerin. Explizit bezog sie sich dabei auf die Bestände in der Nordsee, die die EU zusammen mit Norwegen bewirtschaftet und verlangte gleichzeitig nach einer Verschärfung der Discard-Regeln für nicht-norwegische Schiffe, die in norwegischen Zonen fischen. „Ich fordere, dass der gesamte, in norwegischen Gewässern gefangene Fisch angelandet wird – unabhängig davon, wo der Zielhafen ist“, sagte sie.
Kürzlich sei ein Schiff beobachtet worden, das in norwegischen Gewässern fischte und dann eine auf 5.000 Kilo geschätzte Menge Beifang über Bord warf, sobald es wieder in die EU-Zone gelangte.
„Discard ist nicht nur eine massive Verschwendung von Nahrung und potentiellem Einkommen, sondern diese unregistrierten Fänge führen dazu, dass die wissenschaftliche Basis für unsere Management-Entscheidungen beeinträchtigt wird“, führte Pedersen aus. Sie wisse außerdem, dass viele EU-Fischer mit der Situation unzufrieden seien und hofft darauf, dass Entscheidungsträger und Fischindustrie gemeinsam eine bessere Lösung finden werden und dass das Thema künftig auch Eingang in die jährlichen Quotenverhandlungen mit der EU findet.
Auch "Deutsche See" setzt sich intensiv für eine Umwandlung des Discard-Gebots in ein Discard-Verbot ein. Um Datenmaterial zum Thema zusammen zu tragen, startete die Fischmanufaktur in Kooperation mit dem Cuxhavener Lieferanten „Kutterfisch“ und unter wissenschaftlicher Begleitung das Projekt „Stopp Discard“. Über den Zeitraum von drei Jahren werden drei Kutter mit Genehmigung und Unterstützung des EU-Kommisars Joe Borg in der Nord- und Ostsee fischen und dabei von der Discard-Regelung ausgenommen. Bis auf Quallen werden daher - wie in Norwegen üblich - die kompletten Fänge angelandet, welche "Deutsche See" daraufhin vermarktet. Auf diese Weise soll eine repräsentative wissenschaftliche Grundlage für die Forderung nach einem Discard-Verbot erarbeitet und gleichzeitig ein alternativer Weg zur Nutzung von Beifängen aufgezeigt werden.


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