Bessere Kennzeichnung von Fanggebieten
Mehrere Monate haben Experten aus der Fischereiforschung und der Fischwirtschaft gemeinsam mit "Deutsche See" intensiv über die Möglichkeit einer genaueren Kennzeichnung von Fanggebieten für Meeresfische beraten. Dann wurde im August ein Entschluss verabschiedet: Nun steht der Fischwirtschaft eine Liste mit Empfehlungen zur genaueren Kennzeichnung vieler im Handel erhältlicher Fische zur Verfügung. Der Vorschlag geht weit über die derzeit bestehenden gesetzlichen Vorschriften hinaus.
Sowohl für die Fischindustrie als auch den Fischgroßhandel ist diese Initiative freiwillig. Sie verfolgt das Ziel, den Großteil der in Deutschland vermarkteten Erzeugnisse der Seefischerei bis spätestens Ende 2010 nach den jetzt erarbeiteten Vorgaben zu kennzeichnen. Damit soll den zunehmenden Forderungen nach einer differenzierten Ausweisung einzelner Fischbestände Rechnung getragen werden. Lebensmittel-Einzelhandel, Gastronomie und Verbraucher fordern verstärkt konkrete Hinweise darauf, aus welchen Beständen Fisch und Fischprodukte stammen. Von Bedeutung ist diese Frage, weil sich einzelne Bestände hinsichtlich ihres Zustandes häufig stark voneinander unterscheiden.
Ein Beispiel soll verdeutlichen, was die neue Kennzeichnungsinitiative bedeutet. Seit 2002 gilt die Vorschrift, das FAO-Fanggebiet auf der Verpackung bzw. auf dem Preisschild auszuweisen. Eines dieser Fanggebiete ist der Nordostatlantik. In diesem FAO-Fanggebiet sind jedoch zahlreiche unterschiedliche, voneinander unabhängige Kabeljaubestände zuhause (z.B. Nordseekabeljau, Nordarktischer Kabeljau, Islandkabeljau usw.). Während die Bestände des Nordseekabeljaus in schlechtem Zustand sind, sind die isländischen Bestände gesund und liefern sichere Erträge. Durch die verbesserte Kennzeichnung wird zukünftig erkennbar sein, welchem Bestand ein Fisch entstammt. Auf der Verpackung, bzw. dem Preisschild an der Fischtheke wird dann beispielsweise stehen: Kabeljau, Nordostatlantik (Island).


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