Trend zum Genuss
Wie unsere Vorfahren Fisch und Meeresfrüchte zubereitet haben, verrät uns nicht nur Spannendes über verschiedene kulturelle Geschmäcker. Eine neue Studie beschreibt, dass Rezepte auch viele Informationen über die Beziehung zwischen Meer und Genießer liefern können.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kochte man in Nordwestamerika fast ausschließlich Muscheln und Schalentiere. Rund 100 Jahre später sind in den Kochbüchern überwiegend Rezepte mit großen Raubfischen wie Heilbutt und Thunfisch zu finden. Phil Levin, ein Biologe des nordamerikanischen National Marine Fisheries Service, hat basierend auf diesen Beobachtungen eine Studie erstellt. Der Speiseplan nordwestamerikanischer Fischliebhaber hat sich ihm zufolge in den letzten 120 Jahren die Nahrungskette hinauf bewegt. Denn relativ weit oben in der Nahrungskette stehen große Raubfische wie z.B. die Gelbschwanzmakrele. Diese ernähren sich von kleineren Fischen wie z.B. Heringen. Kleine Fische fressen wiederum Krebse, Muscheln und Würmer – Meeresbewohner, die relativ weit unten stehen. Somit werden zunehmend Fische zubereitet, die weiter oben in der Nahrungskette stehen und daher Genuss & Luxus verkörpern. Auch seltene und exotische Fische sind bei Feinschmeckern gefragt. Der Speiseplan richtet sich also immer mehr nach dem Genusswert der Fische. Levin zufolge wird sich der Trend zum Geniessen weiter fortsetzen.


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