Der Fang
Sitka, Südalaska. Im Pazifischen Ozean folgen kleine Boote den Schwärmen ziehender Fische. Wenn es an Bord klingelt, geht es los. Sofort werden die Fischer aktiv und reduzieren die Geschwindigkeit. Warum? Mark Tupper, Geschäftsführer des "Deutsche See"-Lieferanten Triad Fisheries: „Wir fangen hier oben die besten Fische, zum Beispiel Heilbutt, Kabeljau und natürlich den König der Lachse, King Salmon. Diese Fische sind ein wundervolles Geschenk der Natur, sie verdienen die beste Behandlung. Wenn einer anbeißt,
löst das ein kleines Glöckchen an der Schleppangel aus. Unsere Jungs an Bord passen die Geschwindigkeit an die der Fische an. Das reduziert deren Stress.“ Dies ist einer der zentralen Arbeitsgrundsätze der Triad Fisheries; Der Fang soll für die Fische möglichst stressarm ablaufen. Das ist wichtig, um deren
herausragende Qualität zu bewahren.Nachdem das Boot den gefangenen Fisch kurz begleitet hat, wird die Angel langsam eingeholt und der Fisch noch im Wasser betäubt. In dem Moment, in dem er an Bord landet, wird er auch
schon getötet. Diese Fangmethode mit beköderten Schleppangeln nennt sich „Trolling“ und wird ausschließlich in Südalaska betrieben. Nur 2% aller Lachsfänge werden auf diese Weise getätigt. Der Vorteil gegenüber üblichen
Verfahren, wie beispielsweise dem Fang mit Ringwaden: Die Tiere werden einzeln gefangen, niemals gequetscht und nach dem Fang umgehend getötet.Beim Trolling gehen die Fischer jedoch nicht nur mit den einzelnen Tieren vorsichtig um, auch das Wohl der gesamten Population haben sie permanent im Blick. Gefangen werden die Lachse, wenn sie sich auf den Weg machen, in die Flüsse aufzusteigen, um sich dort zu vermehren. Denn in Vorbereitung auf die anstrengende Reise sind sie stark und wohl genährt.
Damit die nachhaltige Fortpflanzung der Lachse dennoch gesichert ist, wird kontinuierlich erfasst, wie viele Tiere die Flüsse erreichen. Die Fangmengen können dann entsprechend angepasst werden. Darüber hinaus schont die umsichtige Fangmethode auch andere Meeresbewohner; die Beifang-Mengen sind minimal. Unter anderem deshalb ist die Wildlachs-Fischerei MSC-zertifiziert.


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